Stadtteilzeitung Hildesheim West
Nr. 179 · Dezember 2007
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Phoenix-­Umbau in Arbeit

(sbr) Auf dem Phoenixgelände zwischen B 1 und Elzerstraße tut sich seit Wochen nichts – ungeduldig warten die Anwohner auf die angekündigten Bau- und Umbaumaßnahmen für das städtebauliche Glanzprojekt. Hinter den Kulissen ist aber alles in Fluss: Umfangreiche Planungsabstimmungen sind in Arbeit, um den Bebauungsplanentwurf für das 66.000 Quadratmeter große Areal zuzüglich der Straße Pappelallee auf den Weg zu bringen. Die Sanierungspläne für die Industriealtlasten sind erstellt, Gutachten für den Schallschutz und die Einzelhandelsverträglichkeit der gewerblichen Nutzung auf dem Gelände liegen vor. Die städtebauliche Gestaltung wird im Detail ausgearbeitet. In der Diskussion zwischen der Stadtverwaltung und dem Investor, der Hildesheimer Hanseatic Group, geht es zur Zeit vor allem um Einzelheiten der Verkehrsplanung.

Da die neue Phoenixstraße quer duch das Planungsgebiet von der Elzerstraße zur Pappelallee eine Hauptverkehrsstraße werden soll, sind umfangreiche Absprachen notwendig. Auch Verkehrsknotenpunkte wie die Einmündung der Pappelallee in die Schützenwiese müssen umgebaut werden. Grundsätzlich trägt der Investor die Kosten für den Straßenbau zur Erschließung des Phoenixgeländes. Da aber die Planer der Stadt Hildesheim über die bloße Erschließung hinaus Ziele setzen – zum Beispiel die verkehrliche Entlastung der Dingworthstraße – hat auch die Stadt einen Teil der Kosten zu tragen. Kürzlich wurden deshalb seitens des Planungsamtes Anträge auf Aufnahme in zwei Förderprogramme, in den „Stadtumbau West” und in einen europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) gestellt. Wenn diese Gelder bewilligt werden, muss auch ein Kosten-­Eigenanteil der Stadt fließen – und darüber muss zunächst der Stadtentwicklungsausschuss beschließen.

Foto: Sabine Brand
Hinter den Kulissen laufen intensive Planungen für das Phoenixgelände, zum Beispiel für die neue Phoenixstraße vom alten Werkstor an der Elzerstraße bis zur Pappelallee

Der Phoenix-­Investor Hanseatic Group hat das Planungsbüro Richter mit den Straßenbauplanungen auf dem Gelände beauftragt. Das Büro Harald Kiefer begleitet die städtebauliche Planung. Kopfzerbrechen bereitet der Hanseatic Group die Vorgabe der Stadtverwaltung, das ortsbildprägende Kesselhaus zu erhalten – darin befindet sich unter anderem ein Kohlebunker mit Wänden aus Stahlbeton, der entsorgt werden müsste. Lieber würde der Investor dort abreißen und in den Maßen der alten Silhouette neu bebauen. Das Kesselhaus für ein Blockheizkraftwerk zu nutzen, ist laut Hanseatic-­Project-­Manager Andreas Gunkel nach heutigen ökologischen Maßstäben nicht sinnvoll. Dafür sind auch die Leitungswege zu lang.

Auf dem gewerblich genutzten südlichen Teil des Phoenixgeländes werden sich voraussichtlich ein Rewe- und ein Plus-­Markt ansiedeln. Für die Paschenhalle am Kupferstrang liegen bestechende Umbauentwürfe des Hildesheimer Planers Kocademirci vor. Seine „Paschen-­Lofts” im denkmalgeschützten Industriebau sehen 16 Wohnungen à 330 Quadratmeter über je drei Etagen unterm Glasdach vor – „am Hamburger Hafen sicher kein Problem”, urteilt Gunkel. „Aber ob in Hildesheim dafür die Nachfrage besteht?

Auf dem nördlichen Teil des Phoenixareals werden weder freistehende Einfamilien- noch Reihenhäuser entstehen, sondern Geschosswohnungen, die verkauft oder vermietet werden. Durch den Geschosswohnungsbau will Hanseatic das Problem der schwermetallbelasteten Böden im Innerste-Überschwemmungsgebiet entschärfen. „Wir schütten einen halben Meter unbelasteten Boden auf”, erklärt Project Manager Gunkel, „und gestalten die Außenanlage um die Wohnbauten selbst. Dadurch gibt es keine Privatgärten – und kein Anwohner kommt auf die Idee, tiefer als einen halben Meter im Garten zu graben.

Die Rückstände aus der industriellen Geländenutzung hingegen werden beseitigt. Die Untersuchung der Industrie-­Altlasten wurde unter anderem durch die Firma Pelzer und Pelzer durchgeführt, sie erstellte auch einen Sanierungsplan. „Um das Auskoffern an den sogenannten Hot Spots, zum Beispiel im Bereich eines alten Öltanks am Kesselhaus und eines früheren Lösungsmittellagers, kommen wir nicht herum”, bestätigt Gunkel.

Um die Qualität der Planungen für das neue „Phoenix-­Quartier” zu sichern, sind also zeitaufwändige Verhandlungen und Verfahren notwendig. Verkehrsplanung, Hochbauplanung und Sanierungsplan müssen schließlich aufeinander abgestimmt werden, um ein Gesamtpaket zu schnüren. Dieses Planungspaket wird voraussichtlich im Januar / Februar 2008 als Bebauungsplanentwurf den Moritzbergern auf einer Bürgerversammlung vorgestellt. Der Entwurf durchläuft dann mehrere Monate lang das gesetzlich vorgeschriebene Bebauungsplanverfahren mit Beteiligung verschiedener Interessengruppen und Institutionen. Schließlich stimmt der Stadtrat darüber ab – das dürfte zwischen Sommer und Herbst 2008 der Fall sein.

Frühestens in der Endphase des Bebauungsplanverfahrens kann der Investor Bauanträge stellen – daher ist es zur Zeit relativ ruhig auf dem Phoenixgelände. „Mit dem Rückbau der Industriegebäude haben wir im Moment keine Eile”, bestätigt Andreas Gunkel. „Wenn das Bauplanverfahren weiter fortgeschritten ist, geht es auch auf dem Gelände weiter, dann setzen wir unsere Kapazitäten wieder sichtbar ein.

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