Ein Ratsherr und Mann der Tat
(sbr) „Kümmern ist ein Tuwort“, sagt Michael Kriegel – und hält sich daran. Er arbeitet als Berufssoldat in Wunstorf, wohnt im Bergsteinweg am Moritzberg und ist einer von drei FDP-Ratsherren im Hildesheimer Stadtrat. Intensiv vertritt er hier Moritzberger Interessen: Sein Schwerpunkt ist die Entwicklung des Phoenix-Geländes zu einem lebendigen Wohnviertel, seine Faszination gilt dem Felsenkeller. Im direkten Wohnumfeld regelt er ohne viel Aufsehen manches Problem und steht als Ansprechpartner für öffentliche Belange zur Verfügung.

Michael Kriegel, Jahrgang 1959, ist 1970 mit seinen Eltern zum Gallbergstieg gezogen – in eins der ersten Häuser, die dort gebaut wurden. Anfangs spielte man noch in den Gärten auf der Himmelsthürer Seite des Gallbergstiegs. Als sie bebaut wurden, war der Krehlaberg mit den Gärten am Behindertenzentrum Abenteuerspielplatz. Kriegel schloss die Freiherr-vom-Stein-Schule ab und war von 1977 bis 1980 Zeitsoldat, danach Berufssoldat, zuerst in Giesen, von 1981 bis 2004 in Hildesheim, dann in Blankenburg, schließlich in Wunstorf. Eine seiner spannendsten Tätigkeiten war die Aufstellung einer Sanitätsmaterialkompanie in der Untertageanlage Schacht Dora bei Blankenburg im Harz. Er war damals für die Planung und erste Einrichtung zuständig. Dabei kam ihm seine breit gefächerte Ausbildung bei der Bundeswehr zustatten: Kriegel ist Vermessungstechniker, Verwaltungsfachangestellter, Krankenpfleger und Luftrettungsmeister.
Seit 1981 arbeitete der einsatzfreudige Mann ehrenamtlich bei den Johannitern in Hildesheim mit. Bei einem Erste-Hilfe-Kurs lernte er seine zukünftige Frau Birgit, Tochter des Arztes Franz Lehne in der Königstraße, kennen. Beide engagierten sich bis zu ihrer Heirat 1990 bei den Johannitern: sie in der Hildesheimer Zentrale, er im Rettungsdienst. Franz Lehne motivierte seinen Schwiegersohn zur politischen Arbeit und nahm ihn mit zur BAH: Man hatte die Nase voll vom Parteiklüngel und wollte etwas für Hildesheim tun.
Häufig sah man Kriegel damals in Begleitung einer Gruppe Uniformierter bei Ratssitzungen im Zuhörerraum: Als Ausbilder für Unteroffiziere und Offiziere sorgte er dafür, dass sie die Kommunalpolitik kennenlernten. 1999 zogen Birgit und Michael Kriegel von Ochtersum zum Moritzberg, Frau Kriegel arbeitet hier in der Praxis ihres Vaters. 2006 rückte Kriegel für seinen Schwiegervater als BAH-Mann in den Rat nach. Franz Lehne hatte sich im Konflikt zwischen der Politik und seiner Arztpraxis für die Praxis entschieden.
Ende Oktober 2009 verließ Michael Kriegel die BAH – er konnte sich nicht mehr mit der Partei identifizieren und empfand sie zunehmend als Vertretung der Kaufleute. Er trat in die FDP ein, brachte seinen Ratssitz mit und ist seither froh, als Teil einer Fraktion in den Ratsausschüssen mitarbeiten zu können. „Im Rat wird Pressearbeit gemacht“, kommentiert Kriegel. „Aber in den Ausschüssen findet die entscheidende aktive Arbeit statt.“ Gern macht Kriegel Sachpolitik: „Ich hab was gegen Personenpolitik, ich arbeite gern sachlich an einer Idee, egal von wem sie kommt.“ Gedanken macht Kriegel sich gern selbst – zum Beispiel zu Möglichkeiten für die Stadt, Geld einzusparen. Er ist im städtischen Lenkungsausschuss „Zukunftsvertrag“, da geht es darum, Sparmaßnahmen zu koordinieren, damit die Entschuldung der Stadt vom Land Niedersachsen übernommen wird.
Kriegel organisiert gern. Sein Ziel ist es, den Felsenkeller zum Tag des offenen Denkmals zugänglich zu machen durch Verknüpfung verschiedener Hilfspartner – ohne dass es die Stadt Geld kostet. Am Projekt Stadtumbau ist Kriegel als einer von fünf Ratsvertretern im Politischen Arbeitskreis beteiligt, er hält engen Kontakt zu den betroffenen, zum Teil besorgten Bürgern. Für das Phoenix-Verwaltungsgebäude stellt er sich eine Nutzung als Bürgerzentrum vor: Viele verschiedene Moritzberger und städtische Einrichtungen könnten dort zusammenkommen – von der Altenbegegnung bis zu Caritas und Diakonie, von der Feuerwehr bis zum Kulturverein. Manche Institutionen oder Initiativen könnten einsparen durch ein Zentrum, das viele Alters- und Interessengruppen zusammenführt und kurze Wege bietet. – Und Moritzberg hätte wirklich ein Bindeglied für das alte und neue Geschäftszentrum, etwas, was beide unter einen Hut bringt. „Das Phoenix-Viertel muss ein Mittelpunkt von Moritzberg werden“, fordert Kriegel. „Wir haben bald 1.000 neue Mitbürger, wenn Phoenix und die Sportplätze bebaut sind. Dafür brauchen wir nicht nur Einkaufsmöglichkeiten, sondern auch einen kulturellen Mittelpunkt – und Wege nach draußen, zum Beispiel unter der B 1 hindurch. Auch das haben wir im Arbeitskreis auf den Weg gebracht.“
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