Stadtteilzeitung Hildesheim West
Nr. 220 · Oktober 2011
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Ein schwerer Verlust

Die Hildesheimer SPD trauert um Henning Blum. Nur 47 Lebensjahre waren ihm vergönnt. Am 8. September ist er kurz nach dem erneuten Ausbruch seiner überwunden geglaubten Erkrankung im Beisein seiner Angehörigen verstorben.

Henning Blums Leben war mit so viel Einsatzfreude, so vielen Tätigkeiten und einem so vielseitigen Interesse gefüllt, als habe er gewusst, dass ihm nur eine so kurze Zeitspanne beschieden war. Er stand in seinen zahlreichen Funktionen in der Partei, in der Gewerkschaft, im Betrieb und in der Kommunalpolitik ganz vorne. Aber immer blieb er den Menschen, die ihm ihr Vertrauen geschenkt hatten und die er mit großem Engagement vertrat, ganz nahe. Er konnte hart und heftig in der Sache streiten – aber nie verletzend oder unfair. Am Ende mussten wieder Frieden und Einklang hergestellt sein.

Foto: Sabine Brand 2003
Ein schwerer Verlust auch für Moritzberg – Henning Blum ist gestorben. Er brachte Dinge in Bewegung, die jeder für verloren hielt. „Nichts zu tun hilft gar nicht“ – damit verwandelte er manchen Traum in eine realistische Perspektive
Foto: Sabine Brand 2003

Harmonisch verlief seine Kindheit, die er zusammen mit seinem Zwillingsbruder in einem behüteten Elternhaus erlebte. Nach der Elektriker-Lehre wechselte er mit 22 zu Bosch, mit 27 wählten in seine Kolleginnen und Kollegen in den Betriebsrat. Mit 33 wurde er dessen Vorsitzender. Eine Zeitlang gehörte er dem Aufsichtsrat des Konzerns an. Er hat sich entschieden dem Abbau von Arbeitsplätzen entgegengestemmt, hat neue, zukunftsträchtige Aufgaben für den Standort Hildesheim erwirkt und entscheidend mit dafür gesorgt, dass Hildesheim Kompetenzzentrum für größere elektrisch drehende Motoren und Hybrid-Technologie wurde.

Stillstand war für ihn undenkbar. Jedes erreichte Ergebnis warf neue Fragen auf, die neue Antworten suchten. Das galt auch für seine persönliche Entwicklung. Mit erreichten Bildungsabschlüssen gab er sich nicht zufrieden, ständig bildete er sich weiter.

1992 trat Henning Blum in die SPD ein. 2001 wählten ihn die Bürgerinnen und Bürger der Weststadt in den Rat der Stadt Hildesheim. Schon nach zwei Jahren stand er als neuer Vorsitzender des Aufsichtsrats des Städtischen Krankenhauses vor seiner schwierigsten politischen Aufgabe: der Abwendung einer drohenden Insolvenz und der Aufrechterhaltung eines leistungsfähigen Unternehmens. Mit dem Verkauf an die Rhön Klinikum AG wurden diese Ziele erreicht.

Seit 2004 gehörte Henning Blum dem Verwaltungsausschuss an, seit 2006 als Erster Bürgermeister. 2005 bewarb er sich als Kandidat der SPD um das Amt des Oberbürgermeisters. Sein Wahlplakat war typisch für ihn. Es setzte sich aus zahllosen Einzelbildern von Hildesheimerinnen und Hildesheimern zusammen. Sein Motto war: „Keiner ist klüger als alle zusammen.“ Seine Methode: Zuhören, Beteiligen, Zusammenarbeiten.

Er selbst übte zahlreiche Ehrenämter aus, weil er davon überzeugt war, dass eine selbstbewusste Bürgergesellschaft die freiwillige Übernahme von Verantwortung erfordert. Am Moritzberg war er Vorsitzender des SPD-Ortsvereins und engagierte sich in verschiedenen Vereinen.

Bei allem Engagement war Henning Blum ein ausgeprägter und geselliger Familienmensch. Seinen Kindern Tatjana und Dennis, seiner Lebensgefährtin und seinen Eltern fühlen sich die Hildesheimer Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in tiefer Trauer verbunden.

Hartmut Häger
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