Stadtteilzeitung Hildesheim West
Nr. 227 · Mai 2012
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Phoenix- und Stadtumbau-Gebiet

Zwei Schritte nach vorn

(sbr) Einige der langjährigen Baustellen im Moritzberger Zentrum kommen in den nächsten Monaten zum Abschluss. Im Stadtumbau-Gebiet wurden Mitte April 29 junge Bäumchen gepflanzt. Für das Phoenix-Verwaltungsgebäude an der Bergmühlenstraße, einen einmaligen Bau der fünfziger Jahre, zeichnet sich eine gute Nutzung ab.

An der Pappelallee wird die erste Birkenpappel gepflanzt
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Das Phoenix-Verwaltungsgebäude ist nach Plänen des Hildesheimer Architekten August Albert Steinborn 1955 erbaut. Die Pförtnerloge, das Treppenhaus und die Einrichtung der Vorstandsetage verbinden geniale Konstruktion und liebevolle Ausstattung im Stil der fünfziger Jahre (s. Moritz vom Berge, online: www.moritzvomberge.de, Ausgaben Juni und Juli 2004). Ende 2006 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. Nur kleinere Ausstellungen und ein Neujahrsempfang fanden nach dem Auszug der letzten Phoenix-Firmen in 2006 im Verwaltungsgebäude statt – durch den langjährigen Leerstand wurde, zuletzt bei einem nächtlichen Einbruch, viel Porzellan zerschlagen.

Nun ist eine gute Entwicklung in Sicht – noch nicht offiziell bestätigt, aber seit Monaten im Gespräch: Die Firma Bosch wird dort einziehen mit einer Abteilung für Entwicklung. Die Produktentwicklung ist der Schritt, der auf die Arbeiten in der Forschungsabteilung folgt. Was aus der Forschung, aus dem Bosch-Labor bei Stuttgart kommt, ist noch nicht produktionsreif und noch zu teuer. Es muss für den Produktionsprozess vorbereitet und an den Markt angepasst werden. Diese Arbeit leistet die Entwicklungsabteilung, sie gibt ihre Ergebnisse an die Fertigungsvorbereitung weiter, erst dann kann die Produktion anlaufen.

In das Phoenix-Verwaltungsgebäude zieht eine Entwicklungsabteilung der Bosch-Werke
Fotos(2): Sabine Brand

Das Verwaltungsgebäude an der Bergmühlenstraße von einer Bosch Entwicklungsabteilung belegt – das bedeutet Arbeitsplätze, neue Aufgaben für die Entwicklung, vielleicht ganz neue Betätigungsfelder. Für den Starter wird sich die Entwicklungsabteilung bei Bosch kaum vergrößern, auch nicht für die Servolenkung, eher schon für die Hybridmotoren. Vielleicht geht es auch um noch mehr, z.B. das Voll-Elektroauto ganz ohne Benzin oder Diesel. Der Gebäudeeigentümer Hanseaticgroup verspricht eine gemeinsame Pressekonferenz mit dem neuen Pächter im Mai – man darf gespannt sein.

Auch im Umfeld des Phoenix-Geländes trägt die langjährige Planung endlich Früchte: An der Pappelallee, seit ihrem Ausbau und dem Umbau der Kreuzung Schützenwiese eine triste und karge straßenlandschaft, wurden kürzlich 24 Birkenpappeln (lat. Populus simonii) gepflanzt. Das sind Pappeln, die in Wuchs- und Blattform an Birken erinnern. Jenseits der Kreuzung Schützenwiese an dem neu entstandenen kleinen Parkplatz neben der B 1-Auffahrt wurden außerdem drei Zierapfel-Bäumchen eingesetzt. Und an der Elzer Straße, in den schon lange angelegten Pflanzbeeten gegenüber der Einmündung der Phoenixstraße, werden zwei Erlen wachsen: Für Alnus spaethii, erklärte der Gärtner der beauftragten Firma Kluge aus Delligsen, ist das Stadtklima verträglich. Die Bäume werden 12 bis 15 Meter hoch und entwickeln kegelförmige Kronen. Sie werden nach Absicht der Stadtplaner dazu beitragen, dass der Eingang in die Dingworthstraße wie durch ein Tor eingerahmt erscheint und bei manchem die Neugier weckt, dort hineinzusehen.

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