Werkstätten und Ateliers
Auf dem Krehla gesucht und gefunden
(sbr) Auf dem Krehlaberg, dort wo die Obstweinschenke „Krehla“ 156 Jahre alt wurde, bis sie Ende letzten Jahres schloss, entwickelt sich ein spannendes neues Projekt. Helmut Speer, Unternehmer im Ruhestand, hat die alten Gastronomiegebäude gekauft: das Stammhaus des „Krehla“ von 1853 und die Bauten südlich davon, die nach der Zerstörung im März 1945 einstöckig um einen Innenhof errichtet wurden. Das Wohnhaus gegenüber, im Norden, wurde vom übrigen „Krehla“-Grundstück getrennt und in andere Hände verkauft.

Helmut Speer, Hildesheimer und Moritzberger, hat im Ruhestand eine neue Welt entdeckt: Er begann mit der Bildhauerei, die Kunst am Stein fasziniert ihn. Zum „Krehla“ kam er, weil er eine Bleibe, Werkstätten und Atelier, für seine Maler- und Bildhauerfreunde suchte – und wurde fündig. Seit Speer den „Krehla“ erworben hat, wird auf dem Grundstück gearbeitet: Die Veranda und die umliegenden Nachkriegsbauten werden ausgebaut. Das Stammhaus wurde mit Feingefühl restauriert – es ist zu einem Schmuckstück geworden. Im Garten vor dem Natursteingebäude, dort wo jahrzehntelang im Sommer fröhlich gezecht wurde, deutet sich an, wofür hier geplant und gebaut wird: Große steinerne Skulpturen liegen am Boden, überlebensgroße Köpfe, Büsten, ein wohl geformtes Knie ragt hervor. Wenn die Umbauarbeiten abgeschlossen sind, werden die Skulpturen ihre Plätze finden. Die Bildhauerwerkstatt wird im westlichen Teil des Flachbaus, direkt unter dem Steilhang des Krehlaberges, eingerichtet. Für diese Werkstatt wurde angebaut: Neue Wände und ein Dach mit massiven Balkenkonstruktionen verstärken und erweitern das Gebäude aus der Zeit, in der gutes Baumaterial rar war.

Das Obergeschoss des „Krehla“-Stammhauses ist bereits instandgesetzt und vermietet. Unten, in der früheren Obstweinschenke, entsteht ein Malatelier. Im östlichen Teil der früheren Veranda mit Innenhof wird ein Qigong-Übungsraum mit Aufenthalts- und Umkleidezimmer eingerichtet.
Speers Freunde, für die er den „Krehla“ gefunden hat und nun zu einem Ort der Kunst und Kultur ausbaut, sind zur Zeit täglich mit ihm an der Arbeit. Roger Kuckert richtet die Qigong-Räume für seine Frau Regine Kisseberth-Kuckert her – „die Frau, die für unsere Gesundheit sorgt“, sagt Speer. Sie wird mit ihrem Qigong-Institut in die Moritzstraße ziehen, früher war sie Kunstlehrerin und Designerin. „Mit 50 Jahren fängt das Leben neu an“, erklärt sie den persönlichen Wandel, „aber ich male schon immer“.

Maria Doht, auch Kunstlehrerin und langjährige Dozentin an der Katholischen Familienbildungsstätte, zieht mit ihrem Malkurs ins Atelier im Krehla-Stammhaus und wird auch selbst dort malen – „endlich mit Platz für große Formate“.
Der Krehlaberg erhält durch Speers Initiative ganz neue Impulse – künstlerisches Schaffen auf diesem gastlichen Fleck im alten Moritzberger Garten- und Weideland. Die Öffentlichkeit wird hier mit Sicherheit dann wieder zu Gast sein, wenn Speer und seine Freunde zu Ausstellungen einladen.
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