Stadtteilzeitung Hildesheim West
Nr. 212 · Februar 2011
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Moritzberger Neujahrsempfang

Zum zehnten Mal selbst organisiert

(sbr) Am 16. Januar war der Moritzberger Neujahrsempfang 2011; zum ersten Mal fand er nicht im alten Ortskern, sondern im Bockfeld statt: Sven Schumacher hatte als Leiter des Christophorusstiftes in das Stadtteilcafé seines Altenheims an der Hammersteinstraße eingeladen. Sonnendurchflutete Räume, einhundert festlich gestimmte erwartungsvolle Gäste – das Christophorusstift bot einen gediegenen Rahmen für den Empfang, den die Moritzberger selbst organisieren: Seit zehn Jahren wird er reihum von Einrichtung zu Einrichtung weitergegeben.

„Das alles funktioniert, weil Sie sich zusammenbringen, nicht wir Sie“, erklärte Oberbürgermeister Machens zu dem festlichen Treffen – ein Wink mit dem Zaunpfahl an die großen Parteien: Die SPD möchte für alle Hildesheimer anstelle der wenigen Ortsräte Bezirksräte einführen, in der CDU ist eine Moritzberger Vereinsgründung im Gespräch, die Aufgaben eines Ortsrates übernehmen soll (siehe Veranstaltungskalender).

Pastor Siegfried Markert wird mit dem "Moritz" der Sommerwerkstatt geehrt

Der Moritzberg hat was (ganz Eigenes) – da waren sich Architekt Eugen Jung und Oberbürgermeister Kurt Machens einig. Beide Redner legten offen, inwiefern sie selbst wenigstens ein bisschen dazugehören: der eine durch Heirat, der andere durch Abstammung – Machens Mutter ist aus der Elzer Straße gebürtig.

Jung führte als Architekt die Eigenart der Moritzberger auf die Erdstrahlung zurück. Bis hierher reiche der letzte Ausläufer des Harzes: „Wir stehen auf Fels!“ Der Westwind sorge für unverbrauchte Luft und klare Köpfe: Er erreicht den Berg, ehe er über Hildesheim weht.

Eugen Jung stellte das Altenheim der Christuskirche vor, denn er war schon in den Anfängen Mitte der siebziger Jahren dabei, zusammen mit dem „Schwergewicht“ Pastor Bauer. 90 Jahre, so Jung, sei das Durchschnittsalter im „Stift“. Neulich hatte man eine ganz seltene Feier: eine Kronjuwelenhochzeit – das heißt: 75 Jahre verheiratet. Etwa 50 Ehrenamtliche sind laut Jung für das Klima und die Seele des Hauses verantwortlich.

Der Höhepunkt des Neujahrsempfangs: Ein „Moritz“ wird verliehen, ein kleines Kunstwerk, das die Moritzberger Sommerwerkstatt, namentlich Ele Borchers, gestaltet hat. In diesem Jahr erhielt „ein Mann des Wortes“ die Ehrung für besondere Verdienste. Im Gottesdienst hatte er soeben eine seiner packenden Predigten gehalten – „Wenn sie gut sind, dürfen sie auch lang sein“, entschied er selbst: Siegfried Markert, langjähriger Pastor an der Christuskirche und nun, im Ruhestand, weiterhin täglich unterwegs, um zu helfen.

Fotos (2): Sabine Brand
Sven Schumacher hat einen stimmungsvollen Neujahrsempfang im Christophorusstift organisiert
Fotos (2): Sabine Brand

Wort und Bewegung – eine hohe geistige Beweglichkeit – symbolisiert das Kunstwerk, das Ele Borchers übergab: Schwarzes Lavagestein, worüber sich ein beweglicher Flügel, ein „Sonnenstrahl“ legt und es dadurch erst sichtbar macht. Dr. Helmut Washausen hielt die Rede zu Ehren des Preisträgers.

Zwischen den Reden sorgte das Steinberg-Trio für Unterhaltung. Viele kleine Häppchen rundeten den Vormittag ab: kulinarische, informelle, Termine und Verabredungen für das Jahr 2011, das Jahr, in dem die Zwangs- oder Vernunftehe zwischen Moritzberg und Hildesheim 100 Jahre alt wird. Mit Leichtigkeit wurde an diesem Sonntagmittag manches zusammengebracht, was traditionell unvereinbar erschien: Man ist auf dem Berge, laut Eugen Jung, katholischer – und deshalb auch evangelischer – als anderswo, man ist sehr entschieden und direkt, konsequent und engagiert: Für die Lebendigkeit des Stadtteils ist das unbedingt förderlich.

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