Stadtteilzeitung Hildesheim West
Nr. 228 · Juni 2012
Der Verlag:
Moritzberg Verlag
Unterstützer für die Webversion:
Bäckerei Krone

Waldfest 2012

Feiern statt Fällen

(sbr) Am 30. Juni wird im Berghölzchen ein Waldfest gefeiert – weil die Rettung des Wäldchens vor dem Abholzen sich zum 200-sten Mal jährt und weil nach wie vor der Bestand des Hölzchens, besonders der großen alten Bäume, gefährdet ist.
Waldfest

Drei alte Buchen wurden kürzlich am Kammweg gefällt. Achtung vor den alten Bäumen und Wertschätzung für das Berghölzchen sind Hauptanliegen der Waldfestplaner
Foto: Thomas Vespermann
Sehr verschiedene Ereignisse sollen beim Waldfest die Hildesheimer in das Moritzberger Hölzchen locken. Um 13 Uhr wird mit dem Ortsbürgermeister das Fest eröffnet – bei einer Einweihung der neuen Bänke von Thomas Platter und Christian Prenzler. Treffpunkt ist die erste Bank am Gedenkstein für die „Retter des Berghölzchens“ Wilhelm Frische und Sigismund von Beroldingen oben am Kammweg. Von dort geht es auf die mittlere Aussichtsterrasse, wo zwei fest installierte helle Granitbänke den Blick auf die Stadt bequemer machen – eine Aussicht, die von der Unesco als „Pufferzone“ für das Hildesheimer Weltkulturerbe geschützt ist. Der dritte Ort, an dem ein Sitzplatz auf Dauer gesichert wird, ist die Kreuzung des „Prozessionsweges“ mit der verlängerten „Bennoburg“: Ein Sandsteinthron am steilen Anstieg wird hier für Kinder und Berggeister der passende Platz zum Ausruhen sein.

Die vier Steinbänke für das Bergholz werden über Spenden finanziert,
Bank 01
Ausführung: Platter
Bank 02
Ausführung: Prenzler
ein Teil der Kosten ist von den Steinmetzen gesponsert. Moritz vom Berge hat die Aktion zur Verbesserung der Sitz-Situation im Berghölzchen auf den Weg gebracht und wirbt die Spenden dafür ein: 1.500 Euro werden gebraucht, auch kleine Beiträge sind herzlich willkommen. Ab sofort steht das Konto der Werbegemeinschaft Moritzberg e.V. für die Spenden zur Verfügung: Kontonr. 1500 1915 bei der Sparkasse Hildesheim,
Bankleitzahl 259 501 30, Stichwort: Bergholzbank. Mit der Bankeinweihung ist das Fest eingeläutet, im Terminplan geht es weiter mit einer Führung zur Geschichte des Bergholzes von Jutta Finke, einer ökumenischen Andacht am Prozessionskreuz und der Uraufführung einer Komposition von Tilo Müller-Heidelberg: „Wehklagen im Wald beim Fällen der Bäume“. Ein Flyer mit Fest-Programm wird Mitte Juni erscheinen und die vielen Angebote im Wald auflisten. Trotz Programm gilt der Grundsatz: Wandern Sie durch das Hölzchen und entdecken Sie den Wald selbst. Zwischen dem Kammweg und der Entenbrunnenterrasse gibt es viel Informatives, manche Kunst und Geheimnisvolles zu entdecken, das in keinem Führer aufgeschrieben ist!

Die Terrasse am Vertriebenendenkmal zum Beispiel ist für Märchenhaftes reserviert, Erika Klinge wird dort im Stundenrhythmus Märchen und Geschichten für Kinder und gegen Abend auch für Erwachsene erzählen. Es gibt einen Wichtelbaum und einen Drachenbaum zu entdecken; ein durch den Blitz getroffener und doch wieder sehr lebendiger Baum auf der Wiese unterhalb des Parkhotels symbolisiert die Absicht des Festes: Raum zu geben, damit die Natur sich wieder erholen kann. Im gemeinsamen Singen und Tönen und in einer stillen Minute soll alle Aufmerksamkeit auf die alten Bäume gerichtet werden – mit dem Wunsch, dass Achtsamkeit für das Bergholz bei allen verantwortlichen Personen erwachsen möge. Dafür kann jeder ein kleines Geschenk für den Wald (Stein, Holz, Gedicht, Lied, Blumen) mitbringen.

Beispiel für eine anderes Angebot, das an diesem Nachmittag wiederholt gemacht wird, ist das Improvisationstheater am Wilhelm-Frische-Gedenkstein. Elisabeth Rochl lädt die Zuschauer ein, die Geschichte um die Bergholzrettung mitzuspielen.

Das Fest geht bei vielseitiger akustischer Musik bis in die lange helle Sommernacht hinein – künstliche Beleuchtung wird kaum nötig sein. Das nächste Treffen zur Waldfestvorbereitung ist am 4. Juni,  19 Uhr am Hotelparkplatz.
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